Die Hoffnung lebt
„Sie ist nicht nur ein Wald. Sie ist unsere Heimat, unsere Mutter und Medizin.“
Neulich ging ich mit Tränen in den Augen aus dem Film „Yanuni“, ein Portrait der indigenen Umweltaktivistin Juma Xipaia, die mit diesen Worten ihre Heimat, den brasilianischen Amazonas-Regenwald, beschreibt.
Eine Frage ließ mich nicht mehr los: Wie kann es sein, dass wir Menschen so dumm sind, unsere eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören? Der Film zeigt eindringlich, in welchem Ausmaß die Regenwälder im Amazonasgebiet vernichtet werden und wie vor allem indigene Völker darunter leiden.
Er kommt gerade recht zu einer Zeit, in der Umweltthemen in den Hintergrund zu rücken scheinen. Erst kürzlich tauchte in meiner Facebook-timeline ein post mit den Worten auf: Der Weltuntergang ist abgesagt. Der Verfasser bezieht sich auf einen Artikel in der Berliner Zeitung mit dem Titel “Fehlerhafte Klimaforschung: Warum sich Forscher vom Extremszenario verabschieden”.
Mein erster Gedanke: Fein, dann können wir ja weitermachen wie bisher – oder?
Doch es geht schon lange nicht mehr (nur) um Treibhausgasemissionen. Es geht darum, wie in unserem kapitalistischen System Natur zerstört und Ressourcen verschwendet werden. Wie auch der weit verbreitete achtlose Konsum dazu beiträgt, Wälder abzuholzen, Böden zu zerstören, Gewässer zu verseuchen. Wie sollte sich das Klima nicht verändern bei all den Eingriffen, die der Mensch vollzieht, bei all den Giftstoffen, die in die Natur gelangen? Wie sollten auch wir Menschen nicht langfristig davon betroffen sein?
Ich gebe zu, das klingt fatalistisch und bisweilen verlässt selbst mich der Mut angesichts der immer größer werdenden Herausforderungen. Doch dann erinnere ich mich daran, was ich über regenerative Methoden oder Renaturierung gelernt habe (und nein, es wird nicht ausreichen, hier und dort ein Bäumchen zu pflanzen) und dass jeder einzelne Beitrag einen Unterschied machen kann. Und ich denke an die Indigene Juma, die ihr Land und ihre Leute so sehr liebt, dass sie trotz zahlreicher Anschläge auf ihr Leben nie aufgegeben hat.
Weitere Buch- und Filmtipps:
Regenerativ, Martin Grassberger
Klima – eine neue Perspektive, Charles Eisenstein
Wildes Land, Isabella Tree (auch als Film)
Water is Love (Film)
Tomorrow (Film)

